Milben beim Hund: Diagnose und Behandlung

Tierarzt behandelt Hund mit Ohrmilben
Hat der Hund Ohrmilben, müssen diese behandelt werden - Foto: Angurt / depositphotos.com

Ein Milbenbefall ist bei den haarigen Vierbeinern alles andere als ungewöhnlich. Viele Hunde werden mindestens einmal im Leben von Milben befallen. Werden die Milben rechtzeitig entdeckt, so kann das Tier behandelt werden. Langfristige Folgen bleiben dann in der Regel aus. Der Gang zu einen Tierarzt ist hierbei unerlässlich.

Deutliche Anzeichen für den Milbenbefall

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Es gibt viele verschiedene Milbenarten, welche unterschiedliche Symptome beim Vierbeiner auslösen können. Die bekanntesten Symptome sind Haarausfall, schuppige Haut, rote Pusteln auf der Hautoberfläche und die sichtbare Krustenbildung. Auch ein starker Juckreiz in verschiedenen Körperregionen kann ein erstes Anzeichen sein.

Werden eines oder gar mehrere der oben aufgeführten Symptome beim Hund entdeckt, so sollten Besitzer schnell handeln. Auf diese Weise bleiben dem Hund Schmerzen erspart. Je schneller der Befall eindeutig diagnostiziert wird, desto schwieriger können die Milben sich ausbreiten.

Verschiedene Milbenarten in Deutschland vertreten

Inzwischen ist bekannt, dass es zahlreiche verschiedene Milbenarten gibt. Besonders verbreitet ist die sogenannte Ohrmilbe, die sich vor allem in der Ohrmuschel sowie im Gehörgang des Tieres breitmacht. Nur in seltenen Fällen kommt diese Milbe auch an anderen Körperstellen vor.

Zu der besonders gefährdeten Gruppe gehören Welpen sowie alte bzw. schwache Hund. Deren Immunsystem ist in der Regel weniger stabil; das wird von den Milben ausgenutzt.

Ohrmilben machen sich zumeist durch braune Absonderungen, die an Kaffeesatz erinnern, direkt im und am Ohr bemerkbar. Folgen des Befalls kann die sogenannte Ohrräude sein, welche zur Entzündung des Ohres führen kann und als sehr hartnäckig gilt.

Weitere bekannte Milbenarten sind die Herbstgrasmilben, die Grabmilben und die Haarbalgmilben. Diese befallen allesamt verschiedene Regionen des Körpers und führen zum genannten Haarausfall sowie zum akuten Juckreiz.

Vorbeugung gegen Milben

Bevor es überhaupt zu einem Befall durch Milben kommt, können Besitzer einige Vorkehrungen treffen. Hunde mit einem schwachen Immunsystem neigen eher dazu, das Ziel verschiedener Milbenarten zu werden. Eine gesunde Lebensweise und eine gute Ernährung sind wichtig, um den Organismus des Hundes zu stärken.

Außerdem sollte der Kontakt mit bereits befallenen Tieren nach Möglichkeit vermieden werden, da die Milben von einem auf das andere Tier übergehen können. Ist der eigene Hunde erkrankt, so sollten Besitzer nicht mit diesem zum Hundesportverein gehen und andere Tierhalter vorwarnen. Ansonsten kann sich der Milbenbefall auch über einen längeren Zeitraum halten, während dessen die Milben wieder und wieder den Wirt wechseln.

Probleme sofort erkennen

Um die Milben früh zu erkennen, sollten Besitzer den Hund am besten täglich genau untersuchen. Während der Fellpflege sollte nicht nur das Fell gebürstet, sondern auch die Haut angesehen werden. Sind kleine, feste oder sich lösende Krusten sichtbar? Gerade bei Hunden mit dichtem oder sehr langem Fell müssen Halter genau hinschauen, um sowohl Schorf als auch lokale Rötungen zu erkennen.

Sollte der Verdacht bestehen, dass das eigene Tier an Milben erkrankt ist, so ist der Gang zum Tierarzt unerlässlich. Dieser wird eine eindeutig Diagnose stellen. Das ist wichtig, um andere Krankheiten sicher ausschließen zu können. Eine Fehlbehandlung könnte im schlimmsten Fall dazu führen, dass das Immunsystem des Hundes weiter geschwächt wird und die Milben sich immer weiter ausbreiten.

Der Tierarzt wird in der Regel eine Hautprobe entnehmen und eine Blutuntersuchung anordnen. Das ist notwendig, um die Milbenart eindeutig zu identifizieren. Anschließend bespricht der Fachmann die weitere Vorgehensweise mit dem Halter. Nach einigen Tagen bis Wochen wird geprüft, ob die Behandlung anschlägt.

Milbenbefall effektiv behandeln

Spezielle Präparate gegen Milben werden entweder in Form von Sprays, Pulver oder Bädern verkauft. Diese werden über mehrere Tage regelmäßig angewendet. Hier sollten sich Halter auf die Anordnung des Tierarztes sowie auf die Verpackungsbeilage verlassen. Damit die erneute Ansteckung vermieden werden kann, muss außerdem das Hundebett, Kissen und Spielzeuge mit den Präparaten behandelt werden.

Auch Hausmittel, wie zum Beispiel Teebaumöl oder Kamillenbäder, können dabei helfen, den akuten Juckreiz zu lindern. Allerdings werden diese Mittel die Milben nicht zuverlässig abtöten und sind daher lediglich unterstützend anzuwenden. Auch Homöopathie schlägt bei einigen Vierbeiner an. Sollten die Milben nicht verschwinden, ist der erneute Gang zum Tierarzt unerlässlich, um sekundäre Erkrankungen zu verhindern.